Energieberatung für Mieter: So sparst du Energie ohne bauliche Veränderungen

Energieberatung für Mieter: So sparst du Energie ohne bauliche Veränderungen

Als Mieterin oder Mieter hat man oft das Gefühl, beim Energiesparen seien einem die Hände gebunden. Fenster austauschen, Wände dämmen oder eine Solaranlage installieren – all das liegt in der Regel nicht in deiner Hand. Trotzdem kannst du mit einfachen Maßnahmen und bewussterem Verhalten deinen Energieverbrauch deutlich senken. Hier erfährst du, wie du ohne bauliche Veränderungen Energie und Kosten sparst – und gleichzeitig etwas fürs Klima tust.
Kenne deinen Verbrauch – und finde die versteckten Energiefresser
Der erste Schritt zum Energiesparen ist, den eigenen Verbrauch zu kennen. Viele Energieversorger in Deutschland bieten Online-Portale oder Apps an, in denen du deinen Strom- und Wärmeverbrauch im Detail einsehen kannst. So erkennst du, wann und wo besonders viel Energie verbraucht wird.
Typische Energiefresser in Mietwohnungen sind:
- Alte Kühl- und Gefriergeräte, die dauerhaft laufen und viel Strom ziehen.
- Geräte im Standby-Modus, wie Fernseher, Router oder Ladegeräte.
- Elektrische Heizlüfter oder Radiatoren, die kurzfristig Wärme liefern, aber teuer im Betrieb sind.
Ein einfaches Strommessgerät, das du in die Steckdose steckst, zeigt dir, wie viel Energie ein Gerät tatsächlich verbraucht. So kannst du gezielt entscheiden, wo sich ein Austausch oder eine Verhaltensänderung lohnt.
Heizkosten senken – ohne zu frieren
Die Heizung ist in den meisten Haushalten der größte Kostenfaktor. Auch ohne Eingriffe in die Heizungsanlage kannst du hier viel bewirken.
- Halte eine konstante Raumtemperatur – etwa 20–21 °C im Wohnzimmer und 17–18 °C im Schlafzimmer. Jede Gradabsenkung spart rund 6 % Heizenergie.
- Stoßlüften statt Dauerlüften – mehrmals täglich für 5 Minuten mit weit geöffneten Fenstern sorgt für frische Luft, ohne die Wände auskühlen zu lassen.
- Heizkörper freihalten – Möbel oder Vorhänge vor der Heizung verhindern, dass sich die Wärme im Raum verteilt.
- Thermostatventile richtig nutzen – sie helfen, die Temperatur konstant zu halten und Überheizung zu vermeiden.
Ziehe abends die Vorhänge zu, um Wärme im Raum zu halten, und öffne sie tagsüber, damit die Sonne kostenlos mitheizt.
Strom clever nutzen
Auch beim Stromverbrauch kannst du mit kleinen Änderungen viel erreichen – ganz ohne Komfortverlust.
- Geräte komplett ausschalten, statt sie im Standby zu lassen. Das spart bis zu 10 % Stromkosten.
- LED-Lampen verwenden – sie verbrauchen bis zu 80 % weniger Energie als Glühbirnen und halten deutlich länger.
- Waschmaschine voll beladen und bei 30 °C waschen – das reicht in den meisten Fällen völlig aus.
- Trocknen an der Luft, wann immer möglich, statt im Trockner.
- Nur so viel Wasser erhitzen, wie du brauchst, und beim Kochen den Topfdeckel nutzen.
Wenn du einen Stromtarif mit variablen Preisen hast, lohnt es sich, energieintensive Geräte in günstigen Stunden laufen zu lassen. Viele Anbieter zeigen die aktuellen Preise in ihren Apps an.
Warmwasserverbrauch reduzieren
Warmwasser kostet doppelt – für das Wasser selbst und für die Energie zum Erhitzen. Mit kleinen Anpassungen kannst du hier viel sparen.
- Kürzer duschen – fünf Minuten statt zehn halbiert den Energieverbrauch.
- Sparduschkopf und Perlatoren installieren – sie reduzieren den Wasserverbrauch, ohne dass du es merkst.
- Wasser abstellen, während du dich einseifst oder Zähne putzt.
- Geschirr in einer Schüssel spülen, statt unter fließendem Wasser.
Diese Maßnahmen kannst du selbst umsetzen, ohne deinen Vermieter um Erlaubnis zu fragen.
Wohnung klug einrichten
Auch die Einrichtung beeinflusst, wie effizient du heizt und wohnst.
- Sitz- und Schlafplätze nicht an kalte Außenwände stellen, um Zugluft zu vermeiden.
- Teppiche und Textilien nutzen, um den Raum wärmer und gemütlicher zu machen.
- Natürliches Licht ausnutzen, um tagsüber weniger künstliche Beleuchtung zu benötigen.
Kleine mobile Geräte wie ein energiesparender Heizlüfter mit Thermostat oder ein Luftbefeuchter können das Raumklima zusätzlich verbessern – achte aber auf den Energieverbrauch.
Zusammenarbeit mit dem Vermieter
Auch wenn du selbst keine baulichen Veränderungen vornehmen darfst, kannst du deinen Vermieter auf mögliche Verbesserungen aufmerksam machen. Undichte Fenster, defekte Thermostate oder alte Beleuchtung in Gemeinschaftsbereichen sind oft leicht zu beheben und senken die Betriebskosten für alle.
Frage nach, ob individuelle Zähler für Heizung und Wasser installiert werden können. Das sorgt für mehr Transparenz und motiviert zum sparsamen Umgang mit Energie.
Kleine Schritte, große Wirkung
Energiesparen muss nicht teuer oder kompliziert sein. Gerade für Mieterinnen und Mieter sind es die vielen kleinen Maßnahmen, die in Summe eine große Wirkung haben. Wer bewusst mit Strom, Wärme und Wasser umgeht, spart nicht nur Geld, sondern leistet auch einen wichtigen Beitrag zum Klimaschutz – ganz ohne bauliche Veränderungen.














